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Weiße
Katzen, weiße Träume

Die Augen einer Katze sind Fenster,
die uns in eine andere Welt blicken lassen.
Aus
Irland
Weiße
Katzen habe ihren
eigenen Charme. Entweder man mag sie oder man mag sie nicht.
Ich persönlich bin von ihnen begeistert, sie sind für mich ein
Traum in Weiß!
In einigen Bundesländern
ist leider das Züchten mit weißen Katzen ganz verboten (z.B.
Hessen)!
Es gab schon viele Diskussionen zwischen Liebhabern, Züchtern
und Ämtern.
Aber es gibt noch einige
Bundesländer, die weiße Katzen zur Zucht zulassen, wenn sie
einen bestandenen AUDIOMETRIETEST von einem anerkannten
und befugten Tierarzt oder einer Tierklinik vorweisen können.
Hier ein kleiner Einblick in die Genetik.
Grundbegriffe der Genetik
Wer sich als
Züchter mit der Erblehre seiner Katzen befassen will, kommt
natürlich um einige Grundbegriffe nicht herum. Nicht
eingegangen wird auf den Zellaufbau, die Zellteilung und
weiter ins Detail gehende Grundlagen.

Grundlage
allen Lebens ist die Zelle. Es gibt
einfache Lebewesen, die nur aus einer einzigen Zelle bestehen
- die sog. Einzeller - und Lebewesen mit unendlich vielen
Zellen. Dazu zählt der Mensch und natürlich auch die Katze.
Jede Zelle hat im Organismus eine ganz spezifische Aufgabe zu
erfüllen. Jede einzelne Zelle beherbergt sämtliche
Erbinformationen.
Sie stellen gewissermaßen das gesamte Wissen des Lebewesens
dar. Da jede Zelle eine andere Funktion hat, greift sie
natürlich nur auf das Wissen zurück, welches sie für ihre
Aufgabe benötigt. Aufgeschrieben oder abgespeichert ist dieses
Wissen auf den
Chromosomen.
Jedes Lebewesen hat eine unterschiedliche Anzahl von
Chromosomen. Bei der Katze sind es 38 Chromosomen. Jeweils 19
Chromosomen sind in ihrer äußeren Form sehr ähnlich. Dies
bringt uns natürlich sofort zu der Vermutung, dass nämlich
jeweils ein Chromosom von der Mutter und eines vom Vater
stammt. Wenn nun aber alle 19 Chromosomenpaare gleich wären,
wo kommt dann der „große Unterschied" her? Und tatsächlich ist
ein Chromosomenpaar nicht gleich: dem Geschlechtsbestimmenden
Paar (19 A u. B). Während eine weibliche Katze, und nur auf
Katzen wollen wir uns beziehen, über 2 X-Chromosomen (XX)
verfügt, sind es beim Kater ein X-Chromosom und ein
y-Chromosom. Natürlich haben diese unterschiedlichen
Chromosomenpaare auch unterschiedliche Bezeichnungen. Die
jeweils gleichen Chromosomenpaaren nennt man
Autosomen,
das Geschlechtsbildende Chromosomenpaar
Heterosomen.
Merken müssen wir uns, dass jedes
Chromosomen jeweils zweimal im Zellkern vorhanden ist. Jeweils
ein Teil von der Mutter und ein Teil vom Vater. Unsere Katzen
erben somit jeweils 50% von der Mutter und 50% vom Vater.
Nun müssen
wir die Chromosomen zerlegen und kommen somit zu den
Genen oder Einzelmerkmalen. Die
Gesamtheit aller Gene bestimmt das Individuum. Man spricht von
seinem
Genotyp.
Betrachtet man nur die äußeren, sichtbaren Merkmale eines
Individuums, bei unseren Katzen also z.B. die Fellfarbe,
Haarlänge usw. spricht man von seinem
Phänotyp.
Zum Glück interessieren uns bei der Genetik der Katzen nur
einzelne Gene. Damit wir sie unterscheiden können, werden sie
mit Buchstaben bezeichnet.
Die Gene sind
auf den Chromosomenpaaren jeweils genau in der gleichen Art,
Anzahl und Reihenfolge angeordnet. Jedes Gen hat also einen
ganz bestimmten, festgelegten Ort auf dem Chromosom, man
spricht demzufolge vom
Genort.
Der Genort für
eine bestimmte Anlage liegt also immer an der gleichen Stelle
auf dem Chromosom, sowohl der Anteil der Mutter als auch der
vom Vater. Bei diesen immer paarweise vorkommenden Genen
spricht man von
Allelen.
Ein Allel enthält also jeweils ein Gen von der Mutter und
eines vom Vater am gleichen Genort. Sind auf beiden Genen
(Mutteranteil und Vateranteil) die gleichen Erbinformationen
enthalten, z. B. schwarzes Haar, so spricht man von
homozygot
oder reinerbiger
Anlage, sind die Erbinformationen dagegen unterschiedlich,
z.B. schwarz bei der Mutter und chocolate beim Vater, so
spricht man von
heterozygot
oder mischerbiger Anlage.
Merke:
Jedes Gen liegt
an immer der gleichen Stelle auf den Chromosomen. Die jeweils
gegenüberliegenden Gene auf den mütterlichen und väterlichen
Chromosomen nennt man Allele. Reinerbige Allele, mit der
jeweils gleichen Erbinformation nennt man homozygot,
mischerbige Erbinformationen heterozygot.
Das dominante Weiß
Dies wird eines der schwierigsten
Abschnitte der Genetik schlecht hin. Damit ist nicht der
Erbgang selbst zu verstehen, sondern die schwerwiegenden
Begleitumstände des dominanten Weiß. Der Erbgang des Gens W
(dominantes Weiß) ist eindeutig. Ob homozygot WW oder
heterozygot Ww, die Katze ist in jedem Fall Weiß.
Das Weiß entsteht durch das völlige
fehlen jedweder Pigmentierung. Diese Farblosigkeit ist eine
Defekt-Mutation mit weit reichenden Folgen auf die Physiologie
der Katze. Das Gen W stört bereits in der frühembryonalen
Phase die Entwicklung der Katzen. Die Wanderung der
Neuroplasten und der Melanoplasten, welche für die
Pigmentbildung verantwortlich sind, wird gestört. Bereiche,
die mit dem Zentralnervensystem im unmittelbaren Zusammenhang
stehen, besonders das Auge, bilden zumindest eine
Teilpigmentierung aus, sodass die Augen von weißen Katzen blau
bis orange gefärbt sind. Das blaue Auge ist dabei weniger
pigmentiert als das orange Auge.
Nach einer Studie von Berghsma und
Brown sind 43 % aller homozygoten Katzen (WW) und 27% aller
heterozygoten weißen Katzen (Ww) mit blauen Augen taub,
während nur 7% der gelbäugigen Katzen davon betroffen sind.
Von der Türkisch Angora (weiß), berichtet Gutengeber 1995,
das in gewissen Populationen 95% der Tiere schwerhörig oder
taub sind. Ob eine weiße Katze im Hörvermögen eingeschränkt
oder sogar völlig taub ist, kann nur ein audiometrischer
Hörtest ergeben.
Blauäugige weiße Katzen sind auch
häufig in ihrer Sehfähigkeit stark beeinträchtig. Die Katze
ist allgemein als Tier bekannt, dass auch bei Dunkelheit noch
sehen kann. Diese Fähigkeit wird durch eine reflektierende
Schicht im Auge, dem Tapetum Lucidum, ermöglicht. Bei
blauäugigen weißen Katzen fehlt dieser Lichtkraftverstärker,
sodass sie in der Dämmerung praktisch nicht mehr sehen können
als wir auch. Nicht Hören und schlecht Sehen sind für einen
Jäger, der dazu noch überwiegend in der Dämmerung und Nachts
auf die Pirsch geht, gravierende Nachteile.
Nach der Definition des Tierschutzparagraphen
11b ist dies ein Körperschaden der zu dauerhaften Leiden und
Schmerzen führt.
Die Zucht mit solchen
Katzen ist verboten.
Ein weiteres Risiko
besteht bei weißen Katzen, sie sind bei intensiver
Sonnenbestrahlung gefährdet an Hautkrebs zu erkranken.
Es
muss an dieser
Stelle noch erwähnt werden, dass es natürlich auch genetisch
anders strukturierte weiße Katzen gibt, die diesem Defekt
nicht unterliegen, z.B. Albinos, oder die Foreign White, eine
OKH mit Maskenfaktor (Ww cscs). Hingegen können Katzen mit
einem sehr hohen Anteil an Scheckungsweiß (meist reinerbig SS)
die gleichen Defekte wie weiße Katzen mit dem dominanten Weiß
aufweisen. Das Scheckungsgen S beginnt lediglich in einem
etwas späteren Entwicklungszustandes seine schädigende
Wirkung. Die Auswirkungen können jedoch die gleichen sein.
Es ist dringend davon
abzuraten Katzen mit reinerbigem Scheckungsweiß untereinander
zu verpaaren.
Ich bin davon überzeugt, wenn
jemand sich damit auskennt und verantwortungsbewusst damit
umgeht, dass es gesunde
Schönheiten in weiss geben wird
Gefunden auf der
Seite
http://www.hkcev.de/genetik.htm

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